AP3 – Nutzungskonzepte

Entwicklung von Nutzungskonzepten für Photovoltaik in urbanen Freiräumen

 

Zitiervorschlag: Grimm-Pretner, D., Tusch, R., Bautz, G. (Hrsg.) (2016): SynThesen: Entwicklung von Nutzungskonzepten für Photovoltaik in urbanen Freiräumen, Projektbericht zu Arbeitspaket 3; Projekt Syn[En]ergy: Synergiepotentiale zwischen Stadtplanungszielen und Photovoltaiknutzung auf Freiräumen, 23. Universität für Bodenkultur, Institut für Landschaftsarchitektur, Wien.
Unter Mitarbeit von:
Andreas Muhar, Boris Salak, Thomas Schauppenlehner (Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung)
Ernst Gebetsroither, Astrid Schneider, Marita Schnepper, Shokufeh Zamini, Romana Stollnberger (Austrian Institute of Technology, Department Energy),
Erik Sehnal, Andreas Dallinger (NIKKO PV GmbH)

 

In Arbeitspaket 3 werden aus der Kombination von Freiraumtypen und Photovoltaikanwendungen potentiell umsetzbare Nutzungstypen für Photovoltaik in urbanen Freiräumen identifiziert. Für diese Nutzungstypen werden typologische Besonderheiten sowie Vor- und Nachteile aus verknüpften fachlichen Perspektiven – sogenannte SynThesen – abgeleitet, beschrieben und in weiterer Folge Handlungsoptionen formuliert. Die Nutzungstypen wurden zur einfachen Kommunikation und Katalogbildung grafisch ausgearbeitet.

Die SynThesen sind als Checkliste Grundlage der gestalterischen und programmatischen Zielsetzung der Szenarien und beispielhaften Entwürfe in Arbeitspaket 4. Die Wechselwirkungen aus möglichen Synergien und konkreten Handlungsoptionen sowie deren Akzeptanz im urbanen Freiraum werden in den Arbeitspaketen 5-6 untersucht.

Urbane Freiraumtypen

Aus der umfassenden Typisierung urbaner Freiräume wurden durch Konsolidierung und Ausscheidung 15 urbane Freiraumtypen zur weiteren Bearbeitung festgelegt.

Die Typen gliedern sich in

  • Gebäudebezogene Freiräume die in ihrer Funktion Gebäuden zugeordnet sind und über diese Gebäude identifiziert werden (z.B. Grünräume von Spitälern).
  • Eigenständige Freiräume deren Funktion und Organisation unabhängig von Gebäuden der Stadt wahrgenommen werden (z.B. Parks).
  • Freiräume an Infrastrukturbändern die sich durch Anlagerung an verkehrliche Infrastrukturen und Infrastrukturbändern definieren (z.B. Parkplätze).

Photovoltaikanwendungen

Schon in AP2 wurden mögliche Ausformungen von Photovoltaikanlagen im urbanen Freiraum recherchiert und ihre Ausprägung in 6 Klassen dargestellt.

Die Klassen bilden einen räumlichen und funktionalen Gradienten ab: von großen, flächenintensiven Anlagen bei denen die effiziente Stromerzeugung klar im Vordergrund steht,  hin zu linearen  – meist an Infrastruktur wie Straßen oder Bahnstrecken angelagerten Strukturen, deren räumliche Ausformung stark durch die verfügbare, oft lineare Fläche geprägt ist und (als Sonderform, meist noch prototypisch) Photovoltaikbeläge auf Geh- und Fahrradwegen oder Straßen und Plätzen. Eine weitere Kategorie sind meist linear, aber auch punktuell (freistehend) ausgeprägte Überdachungen wie Pergolen und Carports. Abschließend finden sich photovoltaische Freiraumausstattungen wie autarke Beleuchtung oder Möblierung, sowie mobile Anwendungen – die immer räumlich punktuell wirksam sind.

 

Entwicklung von Nutzungstypen

Kombiniert ergeben die obigen Elemente (15 urbane Freiraumtypen und 6 Photovoltaikanwendungen) 90 mögliche Nutzungstypen von Photovoltaikanlagen im städtischen Freiraum. Es sind dies abstrakte Szenarien. 52 von ihnen wurden als potentiell sinnvoll zur weiteren Bearbeitung gewählt.

 

Katalog der Nutzungstypen

 

Ableitung von Besonderheiten

Ausgehend von den recherchierten Themen in Arbeitspaket 2 wurden anhand der identifizierten Nutzungstypen jeweils In mehreren fachspezifischen Perspektiven Merkmale definiert, anhand derer versucht wird, durch die Betrachtung der abstrakten Nutzungstypen induktiv Besonderheiten von Photovoltaiknutzung im urbanen Freiraum aufzudecken, bzw. zu prognostizieren.

 

SynThesen – Handlungsfelder zur synergieorientierten Entwicklung von Photovoltaikanlagen im urbanen Freiraum

Diese Argumente pro (mögliche Synergien) sowie kontra (mögliche Herausforderungen) einer Nutzung des urbanen Freiraums für photovoltaische Stromerzeugung werden in vier thematischen Handlungsfeldern – so genannten SynThesen – konsolidiert textlich dargestellt.

Die vier SynThesen:

„Sichtbarkeit & Bewusstsein“
Mögliche Synergien und Herausforderungen, die städtische Lebensstile und die Akzeptanz von Infrastruktur erneuerbarer Energieproduktion in der Stadt betreffen

„Aufwertung & Attraktivierung“
Synergien mit Zielen der Inszenierung und Attraktivierung von Stadtraum.

„Raum & Möglichkeit“
Synergien mit der Nutzung des urbanen Freiraums.

„Errichtung & Betrieb“
Synergien hinsichtlich Kosten und Effizienz.

Die SynThesen sollen einen strategischen Überblick zu Synergien und Wechselwirkungen, die Resultat einer Integration von Photovoltaik in den Stadtraum sein können, geben. Sie stehen in einem dynamisch-systemischen Zusammenhang, somit muss jede Handlung bzw. Zielsetzung in einer SynThese mit Auswirkungen in anderen Feldern verglichen und abgewogen werden.

Eine weitere Bewertung, Gewichtung und die Verknüpfung unterschiedlicher Aspekte und Handlungsoptionen wird in den folgenden Arbeitspaketen anhand konkreter Fallbeispiele in verschiedenen Nutzungstypen durchgeführt und dargestellt. Dabei werden Aspekte der SynThesen als Zielvorstellungen formuliert.

 

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) im Rahmen der „Stadt der Zukunft“-Initiative gefördert (FFG).